2. Erkennen Sie den Unterschied zwischen Kommentar und Erzählung
Eine Dokumentarfilmstimme ist ein Sprecher, der Fakten, Emotionen und Zeitgeist natürlich übermittelt, ohne dem Zuschauer eine Meinung aufzudrängen. Denken Sie zum Beispiel an eine Naturreihe, in der Stille genauso wichtig ist wie die Erklärung zu einem ziehenden Vogelschwarm.
Um zu bestimmen, welche Tonhöhe und Kadenz für Ihr Projekt funktionieren, achten Sie am besten auf folgende Punkte:
- Der Rhythmus der Montage: Schnelle Schnitte erfordern prägnante, ruhige Sätze, während langsame Bilder Raum für eine wärmere Kadenz lassen.
- Die Art des Themas: Forensische Untersuchungen erfordern neutrale Präzision, während eine Familiengeschichte gerade eine zerbrechliche Note zulässt.
- Der Raum für Umgebungsgeräusche: Eine Stimme darf niemals mit dem Audiotrack oder dem originalen Feldgeräusch konkurrieren.
Regie-Tipp aus dem Studio: Lassen Sie den Sprecher nicht nur den Text lesen, sondern zeigen Sie die montierte Szene gleichzeitig auf dem Bildschirm im Aufnahmeraum. Wenn ein Sprecher sieht, wie eine Einstellung in die nächste übergeht, fällt die Betonung ganz von selbst auf die richtige Sekunde.
3. Achten Sie auf den flämischen Akzent und die Glaubwürdigkeit
Für ein flämisches Publikum wirkt ein zu niederländisches Timbre oder ein forciertes, künstliches Flämisch sofort befremdlich, wenn es um lokale Geschichte oder gesellschaftliche Themen geht. Eine Stimme muss klingen, wie die Menschen hier sprechen: natürlich und gepflegt, mit einem weichen 'g' und den richtigen Vokalfarben, ohne in eine Karikatur zu verfallen.
Stimmen wie Kristien und Gwenny, die beide zu unseren meistgebuchten Sprechern gehören, verstehen dieses Gleichgewicht intuitiv. Sie wissen, wann ein Wort wie 'irgendwo' oder 'vielleicht' genau die richtige Nuance an Verzögerung verdient, um in einem belgischen Kontext natürlich zu wirken.
4. Bauen Sie genügend Ruhepausen in das Skript ein
Autoren von Dokumentarfilmen versuchen manchmal, jeden leeren Moment mit Fakten und Kontext zu füllen. Im Aufnahmestudio zeigt sich dann jedoch stets, dass die Erzählung erstickt. Worte, die auf dem Papier gut aussehen, erweisen sich beim lauten Sprechen manchmal als Zungenbrecher, die das Tempo brechen.
Geben Sie dem Sprecher Freiraum. Gerade die Stille zwischen zwei Sätzen sorgt dafür, dass eine schockierende Enthüllung oder eine berührende Zeugenaussage beim Zuschauer wirken kann. Unsere Sprecherinnen Kirsten und Machteld lassen in ihren Aufnahmen bewusst diese Sekunde der Ruhe, wodurch die Bilder selbst die schwere Arbeit übernehmen.
5. Verstehen Sie, wie sich die Tarife für lange Erzählungen zusammensetzen
Die Vergütung für das Einsprechen von Dokumentarfilmen ist anders strukturiert als die für einen kurzen Werbespot. Bei kommerziellen Arbeiten zahlen Sie in der Regel einen Basistarif plus eine Buy-out-Gebühr für das Ausstrahlungsmedium und die Laufzeit.Bei nicht-kommerziellen Arbeiten oder Dokumentationen mit langer Laufzeit wird hingegen meist ein Wortpreis oder ein fester Projektpreis verrechnet. Da Dokumentationen oft auf Festivals gezeigt oder von öffentlich-rechtlichen Sendern ausgestrahlt werden, hängt der endgültige Preis von der Länge des Skripts und der Verbreitung ab. Fordern Sie daher für eine genaue Preisangabe am besten ein individuelles Angebot an.