Mein Regie-Tipp für solche Aufnahmen: Ich habe einmal gelernt, einen Sprecher zu bitten, erst zwei Sekunden nádem das Bild wechselt, und bereits vódem nächsten Schnitt aufzuhören. Kürzlich bemerkte ich bei dieser Session wieder, welche Wirkung das hat. Durch diese kleinen Pausen vor und nach einem Satz verschmilzt die Stimme mit der Montage. Sie überrollt sie nicht. Das ist genau die unsichtbare Handwerkskunst, die ein Zuschauer nicht bewusst analysiert, aber sofort als Qualität wahrnimmt.
Das Ergebnis: Ruhe auf der Tonspur
Als wir die neue Aufnahme unter die Montage legten, passte alles zusammen. Der Dokumentarfilm atmete wieder. Die Stimme drängte sich dem Bild nicht auf. Sie funktionierte vielmehr als ein Führer, der den Zuschauer hin und wieder an die Hand nahm und danach diskret im Hintergrund verschwand.
Der Regisseur bemerkte, dass der Film plötzlich doppelt so professionell aussah, einfach weil der Ton stimmte. Da wir das Skript vorher gekürzt hatten, blieb die Anzahl der Studio-Seiten begrenzt. Das sorgte dafür, dass die Aufnahmesitzung innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens blieb, ohne spätere Überraschungen.
Wie sich die Vergütung einer Erzählstimme zusammensetzt
Ein Voice-Over-Tarif für Dokumentarfilme ist eine Pauschalvergütung. Sie besteht aus der Aufnahmezeit im Studio und den Senderechten für die Ausstrahlung. So zahlen Sie für eine lokale Festivalvorführung einen anderen Tarif als für eine landesweite Ausstrahlung im Fernsehen oder eine weltweite Veröffentlichung über Streaming-Plattformen.
Bei nicht-kommerziellen Arbeiten, wie Festivaldokumentarfilmen oder Bildungsreihen, rechnen wir in der Regel auf Basis des Projektvolumens und der Studiozeit ab. Handelt es sich um eine Produktion mit bezahlter, kommerzieller Distribution, zum Beispiel gegen Bezahlung im Fernsehen ausgestrahlt, dann besteht der Tarif aus einer Grundvergütung für das Einsprechen, ergänzt durch einen Buy-Out für das spezifische Medium und die Laufzeit.